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  1. #1
    Administrator Avatar von Kerstin
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    Exclamation DSGVO und erneuerte Datenschutzhinweise

    Liebe Viewer,

    heute ist die DSGVO in Kraft getreten. Ändert sich dadurch Grundsätzliches im Umgang mit Fotos, auf denen Personen erkennbar sind? Nein.

    Das Bundesinnenministerium schreibt dazu:

    "Die Datenschutz-Grundverordnung führt zu keinen wesentlichen Veränderungen der bisherigen Rechtslage im Umgang mit Fotografien. Die Anfertigung und Veröffentlichung einer personenbezogenen Fotografie unterliegt den allgemeinen Regelungen des Datenschutzrechts. Wie bisher auch dürfen Fotos nur verarbeitet werden, wenn die betroffene Person eingewilligt hat oder eine Rechtsgrundlage dies erlaubt.

    Erfolgt die Anfertigung auf der Grundlage einer Einwilligung der betroffenen Person(en), ist diese bereits nach geltendem Recht jederzeit widerrufbar. Aufgrund der jederzeitigen Widerruflichkeit und der fehlenden Praktikabilität bei Aufnahmen größerer Menschenmengen ist die datenschutzrechtliche Einwilligung bereits nach geltender Rechtslage vielfach keine praktikable Rechtsgrundlage. Neben der Einwilligung kommen als weitere Rechtsgrundlagen für die Anfertigung und Veröffentlichung zur Durchführung eines Vertrags (Artikel 6 Absatz 1 Buchstabe b) Datenschutz-Grundverordnung) oder zur Wahrnehmung berechtigter Interessen des Fotografen (Artikel 6 Absatz 1 Buchstabe f) Datenschutz-Grundverordnung) in Betracht.

    Die grundrechtlich geschützte und garantierte Meinungs- und Informationsfreiheit stellen berechtigte Interessen nach Artikel 6 Absatz 1 Buchstabe f) der Datenschutz-Grundverordnung dar. Sie fließen somit unmittelbar in die Auslegung und Anwendung der Datenschutz-Grundverordnung ein. Die Datenschutz-Grundverordnung betont, dass der Schutz personenbezogener Daten kein uneingeschränktes Recht ist, sondern im Hinblick auf seine gesellschaftliche Funktion und unter Wahrung des Verhältnismäßigkeitsprinzips gegen andere Grundrechte abgewogen werden muss (Erwägungsgrund 4).

    Für die Veröffentlichung von Fotografien enthält das Kunsturhebergesetz (KunstUrhG) ergänzende Regelungen, die auch unter der ab dem 25. Mai 2018 anwendbaren Datenschutz-Grundverordnung fortbestehen. Das Kunsturhebergesetz stützt sich auf Artikel 85 Absatz 1 der Datenschutz-Grundverordnung, der den Mitgliedstaaten nationale Gestaltungsspielräume bei dem Ausgleich zwischen Datenschutz und der Meinungs- und Informationsfreiheit eröffnet. Es steht nicht im Widerspruch zur Datenschutz-Grundverordnung, sondern fügt sich als Teil der deutschen Anpassungsgesetzgebung in das System der Datenschutz-Grundverordnung ein."
    Alle relevanten Informationen haben wir unter https://www.stern.de/datenschutz gesammelt.
    Wenn Ihr darüber hinaus Fragen habt, wendet Euch bitte per E-Mail an datenschutz@stern.de. Um Euer Anliegen bearbeiten zu können, müssen wir Euch identifizieren können. Hierfür benötigen wir die E-Mail-Adresse, mit der Ihr bei uns registriert seid. Bitte schreibt uns von dieser E-Mail-Adresse oder teilt uns die Adresse mit, sollte sie nicht mehr aktiv sein.


    Allzeit gutes Licht

    Euer Team der VIEW Fotocommunity
    _________________________________________
    Kerstin (aus dem Urlaub zurück am 20.11.)

    E-Mail an den Support

  2. #2
    Viewer Avatar von Fleckma
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    Danke für die Klarstellung!
    Trotzdem bin ich gespannt, was passiert, wenn jemand z.B. das Brandenburger Tor fotografiert und ein zufällig anwesender Besucher seine Persönlichkeitsrechte einklagt. Zitat: Vor Gericht und auf hoher See ist man in Gottes Hand.
    LG Martin

  3. #3
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    Die rechtliche Auslegung eines Richters kann sich schon mal von der eines Ministeriums unterscheiden. Bin auch gespannt, wann es die ersten Klagen und Gerichtsentscheidungen gibt.

  4. #4
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    feuer frei für alle abmahnanwaltskanzleien. was nämlich im einzelfall eine 'personenbezogene fotografie ist was nicht', wird im einzelfall dann zu entscheiden sein, nach langwierigen und kostspieligen gerichtsverhandlungen... streetfotografen werden eine aussterbende spezies - oder sie brauchen eine extra rechtsschutzversicherung.
    DAS wirklich neue - und dies wurde zur begründung der EU-DSGVO oft genug angeführt - gegenüber der bislang in BRD, österreich, schweden. geltenden gesetze ist doch der TECHNISCHE FORTSCHRITT der verwendete medien: via GPS (in den meisten digi-cams und in ALLEN handys) kann einfach die genaue identität eines jeden in einer 1000köpfigen menge im stadion ermittelt werden - sofern dieser auch ein handy (mindestens) bei sich hat: GPS/zeitvergleich: voila, die identät ist einwandfrei geklärt - und damit treten die VOLLEN persönlichkeitsrechte des abgebildeten in kraft (sofern er sie einklagt). bislang war diese identitätsklärung derart NICHT möglich - ein gesicht unter vielen eben.

  5. #5
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    Moin,
    die Sichtweise des Bundesinnenministerium ist ja ganz schön und für uns positiv,
    allerdings ist dies nur eine Sichtweise und kein Gesetz oder richterliches Musterurteil.
    Insofern ist nach meinem Empfinden hier immer noch große Vorsicht angesagt.

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