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VIEWspotlight Januar 2013

Stern FOTOGRAFIE

Alison Jackson

Text: Jochen Siemens

Alison Jackson ist im südenglischen Portsmouth geboren. Als Kind, sagt sie, habe sie viel fotografiert, aber ohne Plan und mit keinerlei Interesse für die technischen Details. Nach der Schule ging sie nach London und studierte am Chelsea College of Art. Jackson fotografierte weiter, aber nicht als Kunstform, sondern zur Dokumentation der Kunstobjekte und ihrer Veränderungen. Zur kommerziellen Fotografie entwickelte sie schon damals eine gepflegte Feindschaft: "England ist das Land der Boulevardpresse, hier wird täglich mit Fotos manipuliert, geschrien, verurteilt und verführt. Ich fing an, die Fotografie zu hassen." Doch das Medium wurde so etwas wie ein interessanter Feind. Dann kam der August 1997, Paris, der Tunnel, der Unfall, der Tod Prinzessin Dianas. "Millionen trauerten um eine Frau, die sie gar nicht kannten", sagt Jackson. Weil sie neben der Bildhauerei auch Performance Art und Kunstfotografie studierte, entwickelte sich die Idee einer, sagen wir, Kunst-Installation. Jackson kreierte mit Doubles eine Familie: Diana und Dodi und ein Baby vor schwarzem Hintergrund. Ein bissiger Kommentar zum Bilderwahn, gedacht, um es einmal in einer Galerie zu zeigen. Doch die englische Presse entdeckte das Motiv und druckte es seitengroß, versehen mit tosenden Schlagzeilen über den Skandal. Das war sozusagen die Geburt von Jacksons Kunst. Verstörend an ihrer Arbeit war, dass sie mit genau dem Medium arbeitete, das Wahrheit so vortäuscht wie kein anderes. Man könnte auch sagen, sie drehte den Spieß um und machte aus Täuschung Entlarvung. Die Fotografie Jacksons hat sich in England mittlerweile als Kunstform etabliert. Sie stellt in Galerien aus, sie produziert für die BBC die Sendung "Double Take" und hält Vorträge.
Das stern FOTOGRAFIE Portfolio Ausgabe Nr. 70 "Alison Jackson" ist beim stern Shop erhältlich. Mehr Fotos über Alison Jackson auf ihrer Homepage.

© Rebecca Reid / eyevine

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