Get the Flash Player to see this application.

VIEWspotlight September 2012

Interview

Jörg Winkhaus

"Ich wundere mich oft, welche Aufnahmen als besonders bewertet werden - und vor allem, welche nicht."

Auf seinen Reisen sollte ein Fotograf immer einen geladenen Ersatzakku und gute Laune dabei haben, meint Jörg Winkhaus. Der gebürtige Münchner wohnt in Isernhagen bei Hannover und fotografiert bevorzugt Streetszenen und Menschen. Warum für ihn der Betrachter entscheidet, was ein gutes Bild ausmacht, erzählt Jörg Winkhaus im Interview.

Wie ist Dein Interesse an Fotografie geweckt worden?
Mit 14 bekam ich zur Konfirmation Opas alte Leica M3 geschenkt und wurde drei Wochen später auf ein Internat geschickt. Die Odenwaldschule in Oberhambach bei Heppenheim hatte mehrere Dunkelkammern und eine Foto-AG, in der ich die gesamten sechs Jahre meiner Internatszeit aktiv war. Damals entwickelte ich Orwo-Filme in Schwarzweiß, später verwendete ich Ilford. Erste Motive waren die Mitschüler und die herrliche Landschaft des Odenwaldes, später Rockkonzerte in Mannheim, Frankfurt und Darmstadt. Leider sind fast alle Negative aus dieser Zeit verschwunden.

Warum hast Du Dich für Deine heutige Kamera entschieden?
Leica war im Studium preislich nicht mehr drin und daher wechselte ich zur analogen Nikon FA, F3, F6. Ab der D200 begann auch bei mir das digitale Zeitalter - endlich ohne Chemie und in akzeptabler Qualität. Nikon bin ich bis heute treu geblieben, aktuell mit der D4. Da ich fast nur auf der Straße fotografiere, benutze ich am liebsten das 24-70 2.8 und in letzter Zeit häufig das 24-120/f4 der Marke. Ohne Zoom liebe ich das Nikon Mikro 105/f2.8. Ich blitze nicht - was bei D3 und D4 auch nicht unbedingt erforderlich ist. Die Leica ruht noch in Ehren im Schrank.

Wie wichtig ist heute die digitale Bildbearbeitung?
Nachbearbeitung habe ich immer schlimm gefunden. Trotzdem erwische mich hin und wieder beim Einsatz von Capture NX2 mit Plugin Efex pro 3.0 - und ich muss zugeben, dann bearbeite ich oft zu stark.