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VIEWspotlight Mai 2012

Artjom Uffelmann

Ambrotypist

Artjom Uffelmann

"Der bezaubernde Prozess der Ambrotypie verwandelt das Bekannte und Einfache in ein Geheimnis", sagt Fotograf Artjom Uffelmann. "Das verewigte Motiv aus der jungen Vergangenheit lebt auf. Der Mensch ist überrascht und irritiert. Das echte Ich, das ich in hunderten Fotobildern suchte, aber nie fand, erscheint nach wenigen Minuten auf einem Stück Glas." Die Bilder von Uffelmann entstanden durch das Ambrotypie-Verfahren. Bei der Fototechnik werden Glasnegative nur wenig belichtet. Details sind zu erkennen, wenn das Glas mit Samt oder schwarzem Papier unterlegt wurde. So entsteht eine positive Bildwirkung. "Man muss die Ambrotypie lieben und handwerklich begabt sein, um halbwegs gute Aufnahmen zu machen", sagt Uffelmann. "Das Portrait lebt von seiner eigenen Dimension. Du kannst aber in jeder Sekunde diese Welt betreten, indem du es einfach in die Hand nimmst und es bis ins Detail anschaust." Schon mit sechs Jahren begann Artjom Uffelmann zu fotografieren. Anfangs assistierte er seinem Vater, "mit zwölf Jahren durfte ich dann alleine ans Vergrößerungsgerät“. Allein von der Ambrotypie-Fotografie kann Uffelmann nicht leben: "Die Technik ist schon zu sehr in Vergessenheit geraten und die Menschen können sich gar nicht vorstellen, wie man vor 150 Jahren fotografiert hat." Deshalb ist Uffelmann als Schlosser bei Mercedes-Benz in Mannheim tätig. 1982 wurde er in Tobolsk in Russland geboren. Im Mai startet er eine dreimonatige Fototour Richtung Wolga, wo er seine Heimat ablichten möchte. "Da ich ein Wolgadeutscher bin und durch mehrere Schicksalsschläge meine Heimat - und auch die vieler anderer Russlanddeutscher - nie gesehen habe, bin ich auf der Suche nach meinen Wurzeln."

Artjom Uffelmann

"Die Technik ist schon zu sehr in Vergessenheit geraten und die Menschen können sich gar nicht vorstellen, wie man vor 150 Jahren fotografiert hat."

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