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VIEWspotlight April 2012

Andreas Reiner

Projekt-SichtlichMensch

Andreas Reiner

In Zeiten von Perfektionismus und Hochglanzfotos, bei denen jeder Zentimeter der Models in Photoshop bearbeitet und auch der kleinste Makel entfernt wird, zeigt Andreas Reiner ehrliche Bilder, die guttun. Menschen mit Behinderungen portraitieren sich selbst. "Ich nehme mich zurück und lasse die Menschen selbst entscheiden, wie sie sich fotografieren wollen - egal ob ernst, traurig, lustig oder teilnahmslos" erzählt Reiner. Die fotografische Arbeit ging über ein halbes Jahr, "da ich mehrere Einrichtungen an verschiedenen Standorten aufgesucht habe". Die Fotos sind absolut authentisch und ehrlich. "Sicher gab es manchmal Schwierigkeiten aufgrund des Grades der Behinderung. Doch die Menschen haben alles dafür gegeben, den Auslöser zu drücken, weil sie einfach Lust hatten und es eine Abwechslung in ihrem Alltag darstellte." Reiner hat die Serie mit Tageslicht umgesetzt und auf eine Blitzanlage verzichtet. "Ich wusste nicht, wer da jetzt mit welcher Art von Behinderung den Auslöser drückt." Andreas Reiner ist freier Fotograf und Bildjournalist und lebt in Biberach an der Riß. Er arbeitet regelmäßig für die "Stuttgarter Zeitung" im Ressort Reportage. Seine fotografischen Schwerpunkte umfassen den sozialkritischen Bereich. Momentan reist er quer durch Deutschland und fotografiert Mitarbeiter einer Fernleitungsbaufirma auf Strommasten. Auch für sein nächstes Projekt hat sich Reiner, der 1968 in Göppingen geboren wurde, einiges vorgenommen. Es geht um Sterbebegleitung: "Ich ziehe bei einer sterbenden Person in Köln ein und begleite diese Zeit mit der Kamera."

Andreas Reiner

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