Get the Flash Player to see this application.

VIEWspotlight April 2012

Interview

view-patricia-1.jpg

"Mit der Digitalkamera überlegt man oft nicht so intensiv."

Gibt es Fotografen, die Dich inspirieren?
Ganz spontan: Jan Scholz, Brooke Shaden und Kirsty Mitchell. Ich liebe die Arbeiten dieser drei Künstler und Künstlerinnen. Es ist eine wilde Mischung, aber jeder der drei spricht mich mit seinen Arbeiten sehr an. Besonders Kirsty Mitchell beeindruckt mich mit ihren Konzepten. Großartig finde ich auch die Hochzeitsreportagen von Marianne Taylor. Mich persönlich inspirieren neben den zahlreichen tollen Arbeiten dieser und anderer Fotografen vor allem Musik und Dinge, die ich im alltäglichen Leben sehe.

Was würdest Du nie oder nie wieder fotografieren?
Von Makros über Sport- und Architektur- bis hin zur Peoplefotografie habe ich schon alles ausprobiert. So wie es im Moment aussieht, ist Letzteres der Bereich, bei dem ich bleibe, da ich mich hier am ehesten kreativ austoben kann. Ausflüge in andere Genres sind naürlich nicht ausgeschlossen, denn Abwechslung belebt die Kreativität.

Gab es einen Moment, in dem Du die Kamera gern dabei gehabt hättest?
Vor einigen Jahren bin ich mit dem Postschiff der Hurtigrute die komplette norwegische Küste entlanggefahren. Damals hatte ich zwar meine kleine Zoomkamera dabei und habe jede Menge Bilder gemacht, aber ich würde einiges dafür geben, diese Reise nochmal zu machen - mit dem Equipment, das ich jetzt habe. Ich müsste wohl einen Extrakoffer mit Rollfilmen mitnehmen, weil die Landschaft dort so grandios ist.

Was war Dein ärgerlichstes Erlebnis beim Fotografieren?
Etwas wirklich Negatives oder Ärgerliches ist mir bisher beim Fotografieren noch nicht passiert. Allerdings bin ich manchmal etwas schusselig und habe es schon fertiggebracht, mit dem Fotografieren zu beginnen, ohne den Rollfilm bis zum ersten Bild vorzuspulen und Bilder mit der Holga zu machen, ohne den Deckel von der Linse zu nehmen. Oder ich habe Requisiten auf dem Autodach liegen gelassen, bin losgefahren und wunderte mich beim Shooting, wo die Sachen geblieben waren. Aber das sind eher kleine Missgeschicke, über die ich jetzt schmunzeln muss.

Was macht in Deinen Augen ein gutes Bild aus?
Wenn ich meinen Favoriten-Ordner in diversen Foto-Communites ansehe, gibt es dort keine bestimmte Art von Bildern. Ich mag definitiv Portraits mit Atmosphäre, interessante Bildkompositionen und bestimmte Farbkombinationen. Wann beim Betrachten eines Fotos bei mir der Funke überspringt, ist für mich aber nicht genau in Worte zu fassen.

Wie wichtig ist heute die digitale Bildbearbeitung?
Meine Fotos sind für mich erst dann fertig, wenn ich sie in Photoshop bzw. Lightroom nachbearbeitet habe. Wie viel ich in dem Programm mache, hängt vom Bild ab. Die Bearbeitung kann in einigen Fällen Stunden in Anspruch nehmen. Photoshop bietet mir die Möglichkeit, meinen Bildern eine individuelle Note zu verleihen, besonders durch Farben. Somit ist das Bild, das aus der Kamera kommt, für mich Ausgangsmaterial. Photoshop gehört für mich genauso zum kreativen Schaffensprozess wie das Fotografieren selbst.

Was oder wen würdest Du gern fotografieren, wenn Du einen Wunsch frei hättest?
Mich inspirieren und interessieren am ehesten Menschen aus dem alltäglichen Leben. Manchmal spreche ich junge Frauen an der Uni oder auf der Straße an, von denen ich glaube, dass sie zu einem meiner Projekte passen. Somit wünsche ich mir, dass mir mehr oder minder durch Zufall viele tolle Leute begegnen, die mich inspirieren und sich vor meine Kamera trauen. Wenn ich jetzt einen Namen einer Prominenten Person nennen müsste, wäre es wohl Liv Tyler. Ich finde sie einfach wunderschön.

Was würdest du gerne als Fotografin erreichen?

Ich hoffe in erster Linie, dass mir die Fotografie als geliebtes Hobby erhalten bleibt und meine Kreativität nicht versiegt. In einigen Wochen werde ich mich selbstständig machen. Mit der Fotografie möchte ich einen Teil meines Lebensunterhaltes verdienen, aber eben nur einen Teil, um nicht zu großem Druck ausgesetzt zu sein. Wenn ich es schaffe, meine Balance zwischen Fotografie als Beruf und Fotografie als Hobby zu finden, bin ich sehr zufrieden. Alles andere ergibt sich dann.