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VIEWspotlight März 2011

Interview

Rainer Gillessen

"Meine Interessen waren immer Frauen und Kunst - in dieser Reihenfolge."

Rainer Gillessen wurde 1954 in Überbach-Palenberg geboren. Heute lebt er in Aachen, zumindest im Winter. Den Sommer verbringt der ehemalige Theaterfotograf für gewöhnlich auf Kreta. Gillessen, der auf zwanzig Ausstellungen im In- und Ausland verweisen kann, hat lange für die "Aachener Nachrichten" gearbeitet, Bilder in der Zeitschrift "ballet international" veröffentlicht und ein Schulbuch für den Klett-Verlag gemacht - "der übliche Wahnsinn", wie er das nennt.

Wie ist Dein Interesse an Fotografie geweckt worden?
Ich habe im zarten Alter von 13 Jahren die Adox meines Vaters "entliehen" und Schwarzweiß-Fotos von meiner Freundin gemacht. Die Aufnahmen habe ich dann sicherheitshalber im Keller entwickelt, da sie für die damalige Zeit nicht ganz jugendfrei waren. Meine Interessen waren immer Frauen und Kunst - in dieser Reihenfolge. Und während andere was Tolles gelernt haben, um einen Job zu kriegen, der viel Geld bringt, habe ich, weil ich einfach so strukturiert bin, immer einfach nur Akt gemacht - geht auch.

Warum hast Du Dich für Deine heutige Kamera entschieden?
Ich habe in den 70er Jahren mit einer geliehenen Canon angefangen und bin dabei geblieben. Analog habe ich auch schon mit Mittelformat-Kameras von Rollei oder Mamaya gearbeitet. Aber die Technik hat mich nie interessiert . Wenn Automatik möglich ist, mache ich das. Ich fotografiere ohne Blitz, nutze aber, wenn es sein muss, ein paar Neonröhren.

Was macht in Deinen Augen ein gutes Bild aus?
Die technischen Details eines Bildes langweilen mich eher. Mich interessiert vor allem seine Psychologie, soll heißen: Die Geschichten meiner Models und deren Lösungen für von mir gestellte fotografische Situationen sind mir wichtiger als ihr Aussehen oder die technische Umsetzung. Die Kamera ist mein Pinsel, mit dem ich das festhalten möchte, was zwischen Model und Fotograf auf zwischenmenschlicher Ebene geschieht, wobei die Atmosphäre letztlich wichtiger ist als das eher dokumentarische Ergebnis.