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VIEWspotlight November 2010

Interview

Kerstin Kuntze

"Kinder haben viel mehr Tiefe, als viele von uns ihnen zugestehen wollen."



"Man muss brennen", antwortet Kerstin Kuntze in unserem Interview auf die Frage, ob sie einen Rat für junge Fotografen hätte. Sie selbst tut das mit Sicherheit. Denn wer als Kommunikations- und Fotodesignerin arbeitet, gleichzeitig drei Kinder großzieht und trotzdem einen derart kreativen Output sein eigen nennen darf, wie die Frankfurterin, der kommt gewiss nicht daran vorbei, sich häufiger "die Nächte um die Ohren zu schlagen". Mitte November wird es von Kerstin Kuntze eine große Online-Ausstellung bei einem internationalen Fotoblog zu sehen geben. Danach ist ein Bildband geplant.

Wie ist Dein Interesse an Fotografie geweckt worden?
Mein Vater hatte eine Polaroid-Kamera, die ich als Kind immer mal wieder heimlich benutzte. Pures Zauberwerk für mich. Während des Grafik-Studiums begann ich dann mit meiner eigenen Polaroid Impulse, Blümchen zu fotografieren - ein perfekter Ausgleich zum ständigen Brüten über kopflastigen Konzepten. Irgendwann hörte das mit dem Zeichnen auf, das mit den Blümchen auch. Dafür trat Herr Photoshop in mein gestalterisches Leben.

Warum hast Du Dich für Deine heutige Kamera entschieden?
Eigentlich wollte ich eine dicke Nikon kaufen. Die lag aber nicht gut in meiner Hand - die prächtige Canon EOS 40D dafür umso mehr. Ich habe dem Verkäufer geglaubt, dass sie 'ne gute ist. Sie ist es.

Was macht in Deinen Augen ein gutes Bild aus?
Ich mag Eigenartiges - entschiedene Gestaltung, die berührt, andere Perspektiven zeigt, keinem Klischee entspricht.

Gab es Fotoprojekte, die Dir besonders viel Spaß gemacht haben oder Dir unvergesslich geblieben sind?
Es gibt ein Bild, an dem ich fast zwei Wochen lang gearbeitet habe. Immer wieder habe ich Elemente verworfen und neue konstruiert - bis ins letzte Detail. Es war ungeheuer fordernd, aber ich wusste, dass es so sein muss. Das Gefühl, als dann klar war, es ist geschafft, war orgiastisch.

Was würdest Du nie oder nie wieder fotografieren?
Nichts, was andere verletzen könnte.