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VIEWspotlight September 2010

Sandra Ludewig

Sandra Ludewig

"Ich finde in der Fotografie vor allem Ruhe."

Mit biographischen Daten geht Sandra Ludewig weitaus sparsamer um als mir ihrem Talent. Und so wissen wir nur, dass sie 1977 geboren wurde und aktuell in Berlin lebt. Immerhin haben wir in unseren Archiven noch ein schönes Zitat gefunden, das Ludewigs Berufswahl erklärt: "Am liebsten wäre ich Rockstar geworden. Da ich jedoch weder ein Instrument spiele und sich sogar mein Hund versteckt, wenn ich unter der Dusche singe, habe ich in der Fotografie meine Erfüllung gefunden."

Wie ist Dein Interesse an Fotografie geweckt worden?
Nachdem ich die Kunst des Tätowierens erlernt hatte, entschied ich mich für eine Ausbildung zur Fotografin. Ich wollte die Realität zeigen, die ich in der Malerei nicht gefunden hatte. Seit 2004 bin ich nun als freie Fotografin tätig, unter anderem in Spanien, Gibraltar, Dänemark und seit 2008 in Berlin. Meinen künstlerischen Schwerpunkt bildet die Arbeit mit Menschen, denen ich auf ganz sensible Art und Weise ungekünstelte Emotionen entlocken möchte. Ich bin stets auf der Suche nach neuen Facetten - an den Menschen vor der Kamera ebenso wie an mir selbst. Die Fotografie hilft mir dabei, mich zu erinnern. Am Anfang nutzte ich die analoge Pentax meines Großvaters. Später als die meisten anderen erwarb ich dann meine erste digitale Spiegelreflex, eine Canon 20D. Heute fotografiere ich mal digital - entweder mit der Canon 1Ds Mark II oder der Canon 5D Mark II -, mal analog, unter anderem mit einer Pentacon Six TL oder einer Lomo-Kamera. Wie viele andere auch begann ich zunächst damit, meine Familie zu fotografieren.

Was macht in Deinen Augen ein gutes Bild aus?
Ein gutes Bild berührt mich. Es trifft einen Punkt bei mir, erinnert mich an eigene Momente, die ich erlebt habe. Ich kann mir gute Bilder lange anschauen, manche auch nur ganz kurz, weil sie sehr nahe gehen. Technische Aspekte spielen dabei nur eine untergeordnete Rolle. Oft sind es die Augen, die Bilder lebendig machen. In welcher Hinsicht auch immer.

Gab es einen Moment, in dem Du die Kamera gern dabei gehabt hättest?
Es gibt viele Momente mit Menschen, die mir nahe stehen, die auf keinem einzigen meiner Bild festgehalten wurden. Dennoch habe ich die Kamera in diesen Situationen nicht wirklich vermisst.