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VIEWspotlight August 2010

Interview

Markus Schwarze

"Jede fotografierte Person soll sich hinterher freuen, von mir aufgenommen worden zu sein."

Markus Schwarze ist 31 Jahre alt, verheiratet und hat zwei Töchter. Seit Anfang des Jahres betreibt der Hamburger unter dem Namen "Picture Of The Day" ein Projekt, dessen Zielsetzung es ist, täglich das Bild einer dem Fotografen bis dahin unbekannten Person zu präsentieren.

Wie ist Dein Interesse an Fotografie geweckt worden?
Interesse an der Fotografie hatte ich eigentlich schon immer. Richtig begonnen hat es dann aber mit der Geburt meiner ersten Tochter im Mai 2002. Wie bestimmt jeder Vater wollte ich tolle Aufnahmen vom Nachwuchs, also musste eine Kamera her. Schnell, vielleicht zu schnell, entschied ich mich für eine Kompakte, mit der Begründung: Die habe ich dann immer dabei und kann alles fotografieren. Damals noch mit dem Anspruch, Bilder zu produzieren, die das Leben dokumentieren. Beim Betrachten der ersten Fotoalben wurde mir dann allerdings bewusst, dass genau das passiert war, was ich hatte vermeiden wollen. Ich hatte willkürlich fotografiert, ohne mir Gedanken über die Aufnahme zu machen. Recht schnell stellte sich mir dann die Frage: Kann ich das überhaupt, also das bewusste Fotografieren mit einer Kompaktkamera? Früher, mit der analogen Spiegelreflex meines Vaters musste ich mir ja auch schon vorher Gedanken machen. Also entschloss ich mich Anfang 2005 zum Kauf einer digitalen Spiegelreflex, nämlich der Canon EOS 10D. Um aber auch hier nicht Gefahr zu laufen, Unmengen an Fotos zu produzieren, überlegte ich mir folgendes System: Alle digitalen Bilder werden, nachdem sie verschlagwortet und beschriftet worden sind, mit dem Zusatz "not printed" versehen. Alle vier Wochen geht es dann ans Entwickeln. Die Bilder, die entwickelt werden, erhalten den Zusatz "printed", die restlichen werden gelöscht. Mit diesem Vorgehen habe ich die letzten Jahre sehr gute Erfahrungen gemacht. Meine ersten Schritte, da war ich zwölf Jahre alt, waren weniger erfolgreich - also für mich schon, für das Familienalbum nicht so sehr. Wie die meisten Väter, hatte auch meiner damals im Italien-Urlaub eine Spiegelreflex dabei. Ich habe ihn dann so lange damit genervt, dass ich gerne die Urlaubsbilder machen möchte, bis er ja gesagt hat. Das war im Nachhinein keine so gute Idee, denn von vier verschossenen Filmen haben es nur zwei Aufnahmen ins Album geschafft.