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VIEWspotlight März 2010

Interview

Simon Bolz

"Früher dachte ich, dass ein gutes Bild formale Kriterien erfüllen müsste."

Simon Bolz wurde 1976 in Heidelberg geboren und lebt heute in Frankfurt am Main. Der fotografische Schwerpunkt des Designers: geschmackvolle und sinnliche Aktaufnahmen.

Wie ist Dein Interesse an Fotografie geweckt worden?
Während meines Design-Studiums hat sich meine Leidenschaft für die Fotografie richtig entwickelt. Als Examenszulassung habe ich Menschen in den Straßenschluchten New Yorks fotografiert, ganz natürlich und ungeschminkt, hautnah und intim, ohne zu entblößen. Straßenfotografie ist sehr spannend, aber in jedem guten Foto steckt auch eine große Portion Zufall und Glück. Da ich von Natur aus strukturiert und systematisch an Aufgaben herangehe, wollte ich auch über meine Motive mehr Kontrolle erreichen. Schon immer haben mich aufwändige Inszenierungen in Frauenzeitschriften fasziniert. Die serielle Herangehensweise bei der Gestaltung einer Modestrecke habe ich dabei übernommen. Aus Mangel an ausgefallener Mode - mir fehlen schlichtweg Kontakte zu Haute Couture-Schneidern - bin ich schließlich zur Aktfotografie gekommen.

Warum hast Du Dich für Deine heutige Kamera entschieden?
Eher zufällig bin ich zu Canon gekommen. Meine erste echte Kamera war die analoge Spiegelreflexkamera Canon EOS 3. Sie hatte eine Augensteuerung, so dass ich damit blitzschnell Motive am Bildrand scharf stellen konnte. Eine Kamera zum Verlieben. Ich bin ein Qualitäts-Fetischist und deshalb natürlich auf digitale Fotografie umgestiegen. Stets habe ich versucht, mir das beste Modell zu kaufen. Derzeit fotografiere ich mit der Canon EOS 1ds MK III, am liebsten mit dem Canon EF 85mm 1:1.2L II USM. Es gibt nichts Besseres als natürliches Licht. Aber auch mit meiner Blitzanlage von Profoto arbeite ich sehr gerne. Ich benutze oft nur einen Blitz und verschiedene Reflektoren. Viel wichtiger als ein tolles Equipment ist mir aber, einen Blick für das Wesentliche zu entwickeln und richtig sehen zu lernen. Denn auch wenn die Technik vieles kann - den richtigen Bildausschnitt oder Blickwinkel zu finden, spannende Farbkontraste zu entdecken, das Verhältnis von Formen und Negativformen zu beachten, ist auch heute noch einzig und allein Sache des Fotografen.