Bürgerkrieg
Als Detlef Lampe am 1. Mai 1969 seine Ausbildung zum Journalisten begann, sah er sich unvermittelt mit einem Fotoauftrag konfrontiert: "Mein Chef drückte mir eine firmeneigene Kamera in die Hand und sagte: 'Fahr mal los und mach ein paar Wetter-Fotos.' Ein Unternehmen, das auf ganzer Linie scheitern sollte: "Da ich weder Auto noch Führerschein hatte, fuhr ich mit dem Fahrrad. Auf dem Rückweg zur Redaktion rutschte mir der Kamerariemen von der Schulter, die Kamera schlug gegen das Fahrrad, der Gehäusedeckel sprang auf - und alle Fotos waren für den Mülleimer." Trotz dieses misslungenen Beginns und ungeachtet der Tatsache, dass er bei seinen Reportagen für große Zeitungen stets Fotografen dabei hatte, griff Detlef Lampe aus beruflichen Gründen auch danach noch häufig zur Kamera. Erst als er 1988 zum Fernsehen ging, wurde das Fotografieren zur Nebensache. Seit dreieinhalb Jahren hat sich allerdings auch das wieder geändert: "Mit dem Kauf meiner ersten digitalen Spiegelreflex ging es wieder los." Zu den Hintergründen der auf den nächsten Seiten gezeigten Aufnahmen aus dem Herbst 1973 äußert sich der Fotograf wie folgt: "Der Bürgerkrieg in Nordirland war damals ein ständiges Thema in den Zeitungen. Da wollte ich hin. Herausfinden was wirklich los ist. Also fragte ich meine Chefredakteurin. Sie sagte: 'Nein, niemals. Das ist viel zu gefährlich.' Ein paar Monate später nahm ich mir eine Woche Urlaub und flog nach Belfast. Mein Ziel: Ich wollte beide Seiten zeigen. Also begleitete ich die IRA bei ihren Einsätzen und ging mit den Briten auf Patrouille. Zurück in Deutschland zeigte ich meiner Chefredakteurin die Fotos. Erst war sie stinksauer. Dann wurde die Reportage gedruckt, als ganzseitige Serie ..." Mehr Bilder von Detlef Lampe gibt es in seinem Portfolio und auf seiner Homepage.