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VIEWspotlight Juli 2009

Interview

Ulli Predeek

"Ein Bild begeistert mich, wenn ich sauer bin, dass es nicht von mir ist."

Der in Paderborn lebende Fotograf Ulli Predeek versucht mit seiner Kunst, Träume sichtbar zu machen und Schönheit festzuhalten. Erotisch, absurd und ein wenig verrückt, spiegelt er seine Ideen wider.

Wie ist Dein Interesse an Fotografie geweckt worden?
Mit neun Jahren erhielt ich 1978 zur ersten heiligen Kommunion eine Agfa Instamatic 100 Kamera und Blitzwürfel geschenkt. Nachmittags fuhren wir zu meiner gleichaltrigen Cousine, die anlässlich ihrer Kommunion wie ein weißer Engel gekleidet war. Sie war mein Supermodel. Ich verknipste den ganzen Film, während sie ihre Kommunionsgeschenke auspackte.

Warum hast Du Dich für Deine heutige Kamera entschieden?
Digital arbeite ich mit der Sony R1. Ich habe sie wegen des Carl-Zeiss-T-Objektivs gekauft, um das sie "herumgebaut" erscheint. Dessen Brennweite reicht auf Kleinbild umgerechnet von 24 bis 120 Millimeter. Das passt genau zu meinen Anforderungen. Unentbehrlich ist für mich ein Stativ, weil ich oft in Situationen mit vorhandenem Umgebungslicht fotografiere.

Wie wichtig ist heute die digitale Bildbearbeitung?
Digitale Bildnachbearbeitung ist eine leider fast unvermeidliche Begleiterscheinung der Fotografie von heute, ein notwendiges Übel. Immer mehr raubt sie dem Bild seine Authenzität. Retuschiert wurde früher ja auch (mit Pinsel und Lasurfarbe), doch heute sind wir schon am Scheitelpunkt des komplett im Rechner generierten Bildes. Ich nutze diese Technik nur sporadisch; wenn es sein muss.

Was macht in Deinen Augen ein gutes Bild aus?
Ein Bild begeistert mich, wenn es mir eine Geschichte erzählt. Wenn ich länger als eine Sekunde draufschaue. Wenn es in mir eine Stimmung erzeugt. Wenn ich es an meiner Wand haben will. Wenn es seiner Zeit voraus ist oder die Vergangenheit trefflich zitiert. Wenn ich sauer bin, dass es nicht von mir ist.