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VIEWspotlight Mai 2009

Interview

Anja Millen

Ich sehe lieber zwischen die Pixel und dahinter.

Anja Millen, geboren 1966 in Trier, beschäftigt sich bereits seit 15 Jahren mit digitaler Bildbearbeitung. Mit Hilfe des Computers erschafft sie phantasievolle Collagen. Die Kunst begleitet sie seit ihrer Kindheit.

Wie ist Dein Interesse an Fotografie geweckt worden?
Die meisten Fragen dieses Interviews beziehen sich auf Fotografie. Ich sehe mich selbst nicht als reine Fotografin. Ich habe Bilder im Kopf - wirre, surreale, schlichte, verrückte, und da ich keine besonders gute Zeichnerin war, musste ich einen Weg finden diese Bilder umzusetzen. So kam ich vor mehr als 10 Jahren zur computergenerierten Kunst - von der Fotomanipulation bis hin zum digitalen Airbrush. Sicher, es gibt Fotografen, die über entsprechendes Equipment, Models und auch Settings verfügen, um diese Traumwelten auch mit Fotografie einfangen zu können. An dieser Stelle springen bei mir Einsen und Nullen ein. Ab und an greife ich auf sogenannte "Stockressourcen" zurück, wenn mir Fotografien von besonderen Gegenständen fehlen, zum Beispiel ein buntes Kabelwirrwarr oder ein alter Käfig. An dieser Stelle ein großes Dankeschön an alle Menschen, die ihre Bilder zur Weiterverwertung freigeben. In meinem Besenkammergästezimmerabstellraum fotografiere ich mittlerweile mit einer Canon, ohne diesen ganzen professionellen Schnickschnack wie Blitzanlage und tausend Hintergründe. Was nicht heißen soll, dass ich mir nicht eine tolle Ausstattung zulegen werde, wenn es möglich ist. Doch wirklich nötig ist sie nicht. Mein Computer und ich sind ein eingespieltes Team.

Warum hast Du Dich für Deine heutige Kamera entschieden?
Nachdem ich eine Weile gespart und mich durch tausende von Testberichten gelesen hatte, war die Canon 450D zu diesem Zeitpunkt das Optimum für meine Bedürfnisse. Ich habe keine verschiedenen Objektive oder Zubehör, aber, hey: Ich habe mittlerweile ein Stativ! Vorbei die Zeiten von Bücherstapeln oder waghalsigen Aufbauten von Tischen und Stühlen. An besserem Licht arbeite ich noch. Doch auch hier bin ich froh, dass ich mich nicht der digitalen Nachbearbeitung verschließe und somit meine Bilder im rechten Licht präsentieren kann, wenn es ab und an nicht so war, wie ich es mir vorstellte.