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VIEWspotlight März 2009

Oliver Marzischewski

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Er ist cool, er ist frech, und seinem rauen Charme erliegen viele Models. Oliver Marzischewski fackelt nicht lang: Bei ihm gibt es nur ganz oder gar nicht. VIEWspotlight im Gespräch mit dem Enfant Terrible der Glamour-PinUp-Szene – und dem Frauenversteher der anderen Art. Der Neid derer, die sich kaum trauen in einer Modelcommunity eine Frau für eine Fotosession anzusprechen, ist ihm gewiss: Nur wenige können mit so vielen schönen Frauen in den aufreizendsten Posen in ihrem Portfolio aufwarten, wie er. Oliver Marzischewski macht keine halben Sachen: „Den Models, die von mir fotografiert werden wollen muss klar sein, auf was sie sich einlassen. Wenn ich ‚nackt’ sage, meine ich ‚nackt’."

Seine Fotos sprechen eine deutliche Sprache: Kaum eines lässt anatomische Einzelheiten aus. Um nicht mit dem Jugendschutz zu kollidieren, zensiert er sie deshalb augenzwinkernd selbst: Ein Stoppschild verdeckt mal mehr, mal weniger, was mit öffentlichen Fotoplattformen nicht kompatibel ist.

Trotz zur Schau gestellter Hemmungslosigkeit und dem eindeutigen PinUp-Style wirken die Frauen nicht bloßgestellt. Egal ob erotisch, sexy oder provokant – allen verleiht der PinUp-Künstler am Computer den edlen Glamourtouch, den viele zu kopieren suchen. Ein Handwerk, das er gut versteht: Wer seine Fotos sieht, wird nicht glauben, dass sie in seinem Wohnzimmer vor der Rauhfasertapete entstanden sind. „Die Models haben vielleicht 1,5 Quadratmeter, um sich zu bewegen.“ erzählt er grinsend. Seit Version 2.0 arbeitet er mit Photoshop. Sein Workflow sei keine Hexerei, meint er. „Am Anfang steht halt das Bild. Wie ich das Licht haben will, muss ich schon wissen. Am PC dann Beschnitt, Rotation, Standard-Beauty-Retusche, manchmal ein bisschen verflüssigen, kippen, zum Schluss Dodge & Burn, fertig.“











So verwandelt er die Frauen, die überwiegend Amateur-Models sind, aber auch schon mal Pornodarstellerinnen, in seine oli.m-Barbies. Aus einem A-Cup macht er allerdings keinen C-Cup. „Das wäre einfach Quatsch.“

Wie läuft so ein Shooting ab? „Ich würde nie aus dem Kalten heraus fotografieren. Am Anfang stehen Telefonate und vor jedem Shooting lange Gespräche. Wenn die Frauen das Gefühl hätten, ich würde sie angraben, würden diese Fotos nie entstehen." Und so schafft er es, dass seine Models sich vor seiner Kamera so locker geben. „Ein Model meinte mal, dass es sich so nicht mal vor ihrem Freund zeigen würde.“ Auf die Frage, ob es mal Ärger mit eifersüchtigen Freunden gab, antwortet er lässig: „Es haben schon mal welche angerufen. Aber die wollten dann eher Tipps für ihre Beziehung haben.“

Und wie schafft er es, bei solchen Shootings cool zu bleiben? Er lacht: „Ich hab zwar den Ruf alles mitzunehmen, was nicht bei drei auf den Bäumen ist, aber während der Session läuft da gar nichts. Da hab ich das Bild im Kopf, und es wird viel gelacht, weil ich die Posen selber vor mache und den Models Geschichten erzähle, die sie animieren ihre Schnuten zu ziehen. Alles andere wäre nicht professionell.“ Und danach? Auf diese Frage weicht er aus. Das hätte ja nichts mehr mit den Fotos zu tun...


Oliver Marzischewski kommt aus Berlin und fotografiert mit Canon. Seit April 2006 zeigt er seine Fotos unter seinem Usernamen oli.m in der VIEW Fotocommunity. Galerien und Verlage können ihn über seine Homepage kontaktieren. Auf den nächsten fünf Seiten zeigen wir einen Ausschnitt aus seinem Portfolio.