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VIEWspotlight Februar 2009

Interview

Ralf Brunner

Ralf Brunner

Wichtig ist die eigene Neugier: Die neue Gier auf Bilder.

Ralf Brunner gehört zu den Fotografen, die eine Geschichte erkennen und sie konsequent fotografisch umsetzen können. VIEWspotlight sprach mit dem sensiblen engagierten Reportagefotografen.

Wie ist Dein Interesse an Fotografie geweckt worden?
Als Jugendlicher wollte ich zunächst Journalist werden und auf den Spuren von Henri Nannen oder Egon Erwin Kisch wandeln. Damals hatte ich die BILDerbücher Günther Wallraffs verschlungen und die Berichte von Uwe George in GEO in mich aufgenommen. Meine ersten fotografischen Versuche machte ich im Jahr 1984 bei einer Lokalzeitung meiner Heimatstadt. Gleichzeitig begann ich mit der Arbeit in der Dunkelkammer, hatte dafür meine Küche zweckentfremdet. Beim ersten Auftrag meiner Lokalzeitung hatte ich beinahe versagt, nachdem ich spaßeshalber an der ISO-Einstellung die Film- empfindlichkeit des Tri-X auf 3200 gestellt hatte. Die entwickelten Negative waren ziemlich flau. Daß man Filme auch pushen kann, hatte mir leider niemand erzählt...

Warum hast Du Dich für Deine heutige Kamera entschieden?
Ich fotografiere mit Canon-Kameras. Das ist weniger Überzeugung als vielmehr reiner Zufall: Ein Bekannter aus dem örtlichen Fotoclub empfahl mir die F1-N, ein wirklich robustes Gehäuse und dazu ein lichtstarkes Standard-Objektiv. Es war für mich dann konsequent, im Jahr 1993 auf das EOS-System umzusteigen, da es zu diesem Zeitpunkt das modernste Objektiv-Bajonett besaß und die Objektive als einzige ihrer Art mit einem leisen Ultraschall-Motor liefen. Derzeit arbeite ich mit einer EOS 5D und einer EOS 400D. Bestimmte Lieblingsobjektive gibt es bei mir nicht, alle Objektive sind Mittel zum unterschiedlichen Einsatzzweck. Wichtig ist, dass die Abbildungsleistung stimmt.

Auf welcher Titelseite würdest Du Dein Bild gerne sehen?
VIEW könnte gern mal ein gutes Wort beim stern oder bei GEO einlegen. National Geographic wäre aber auch in Ordnung... Im Ernst: Es gibt leider nur noch sehr wenige richtig gute Magazine, die Platz für engagierte Bildberichte bieten. Selbst große Namen wie der stern müssen sich dem Zeitgeist anpassen und können Bildreportagen nur noch auf wenigen Doppelseiten präsentieren.