Get the Flash Player to see this application.

VIEWspotlight Januar 2009

Rüdi Beckmann

Beyond Vanity

Interview

Jenseits von Eitelkeit

Wie ist Dein Interesse an Fotografie geweckt worden?
Eine kleine Spiegelreflex x300 von Minolta bekam ich zum Auszug mit auf den Weg, genau wie einen Führerschein. Meine Familie hielt das für eine nützliche Basis zum Studienbeginn. Der Führerschein war völlig überflüssig. Die Kamera war ganz hilfreich. Während des Illustrations- und Designstudiums fand ich Gefallen an der Frauenfotografie. Ich schätze, dass es vor etwa 10-12 Jahren durchaus eine spannende Motivation war, dass Frauen sich für mich zeigen und sogar ausziehen wollten. Das hat sich mittlerweile etwas gelegt.

Warum hast Du Dich für Deine heutige Kamera entschieden?
Trotz steigender Filmkosten und Filmbeschaffungs- problemen knipse ich analog, so lange es noch geht. Ich benutze am liebsten eine Kiev 6, denn sie hat einen sehr großen Lichtschacht und erlaubt mir so, das Bild unmittelbarer zu fühlen. Leider gehen die guten alten Russinnen gern kaputt, gerade bei meinem Durchsatz an Filmen und meiner etwas ruppigen Behandlung in den Shootings. Derzeit habe ich zwei Pentacon 6 leihweise zur Verfügung. Zubehör benutze ich keins, aber ich möchte gern einmal Experimente mit Blitzen machen. Neben der Hauptkamera im Mittelformat begleitet mich ein Arsenal von Toy Cameras.

Wie wichtig ist heute die digitale Bildbearbeitung?
Ich fotografiere analog und lasse die Filme im Labor entwickeln. Da ich quasi immer unterbelichte, entstehen die Farben und Stimmungen beim Scannen. Der Scan ist bereits eine Interpretation des Filmmaterials, ich habe dadurch einen Spielraum in Tonwerten und Farben. Beim Scannen entscheide ich mich, wie das Bild wirken soll. Ich benutze danach keine Effekte mehr, wähle nicht einmal Ausschnitte.

Was oder wen würdest Du gern fotografieren, wenn Du einen Wunsch frei hättest?
Gern würde ich eine Frau fotografieren, die ihr Leben mit oberflächlicher Beauty-Fotografie zubringt. Die vor der Kamera perfekt funktioniert und viele Rollen und kleine Tricks hat, um den jeweils erwünschten Bildzweck zu erfüllen. Ich würde gern sehen, wie sie aussieht, wenn sie diese Masken für mich ablegt.