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VIEWspotlight November 2008

Im Gespräch

Sinn und Sinnlichkeit

Bettina Dewald

Warum hast Du Dich für Deine heutige Kamera entschieden?
Zur Zeit fotografiere ich am liebsten mit einer Pentacon six TL. Ich mag ihr stolzes Gewicht in meinen Händen, die hörbare, erlebbare Mechanik beim Fotografieren, das Filmeinlegen. Diese Kamera bietet mir bereits beim Arbeiten, neben dem visuellen Reiz des Blickes durch den Lichtschacht, ein sinnliches Erlebnis. Mein Lieblingsobjektiv ist eindeutig das CZJ Sonnar 180/2,8. Es eignet sich hervorragend für die von mir bevorzugten Portraits und begeistert mich jedes Mal aufs Neue durch seine fantastische, knappe Schärfe und sein unnachahmliches Bokeh.

Gibt es Fotografen, die Dich inspirieren?
Ich muss ehrlicherweise eingestehen, dass ich nicht besonders viele Fotografinnen und Fotografen kenne. Eine Fotografin, deren Name sich jedoch bei mir festgesetzt hat, weil mich ihre Darstellung der "pubertären Zwischenwelt" sehr anspricht, ist Helen van Meene. Henri Cartier-Bessons Arbeiten beeindrucken mich durch ihre Alltagspoesie.

Was macht in Deinen Augen ein gutes Bild aus?
Ein Bild begeistert mich, wenn der Betrachter sich angesprochen und im Idealfall persönlich berührt fühlt. Technische Aspekte spielen dabei aber keinesfalls eine untergeordnete Rolle. Schärfe, sowie Schnitt und eine schlichte, geordnete Komposition sind mir gleichsam wichtig.

Wie wichtig ist heute die digitale Bildbearbeitung?
Ich fotografiere analog und scanne die Negative, um sie im Internet zeigen zu können. An digitaler Nachbearbeitung per Photoshop beschränke ich mich in der Regel auf die Retusche störender Fussel, leichte Hautretusche bei Unreinheiten. Bei Bedarf erhöhe ich Kontraste und hebe oder verringere die Sättigung und lege manchmal eine leichte Tonung über das Foto.