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VIEWspotlight November 2008

Kai Schmeling

Kasinointer

User Muggledream erklärt, wie er seine HDRIs mit Hilfe des Programms "Photomatix" erstellt.

Wir kennen das Problem.......
...wir sind auf einer Fototour unterwegs und möchten ein schönes Motiv fotografieren. Unser menschliches Auge hat ein sehr hohes Kontrastverhalten. Aus diesem Grund können wir sehr gut Helligkeitswerte unterscheiden. Wollen wir aber nun ein Motiv fotografieren, stößt der Kamerasensor schnell an seine Grenzen, da das Kontrastverhalten deutlich kleiner ist, als das unseres Auges ist. Die Folge ist oft, dass entweder die hellen Bildbereiche „ausfressen“ oder die dunklen Bildbereiche „absaufen“. Ein unausgewogenes Kontrastverhältnis ist die Folge.
Das Problem lässt sich aber inzwischen elegant am Computer lösen.

Das Zauberkürzel heißt HDRI. HDRI bedeutet "High Dynamic Range Image" und ist auf keinen Fall mit DRI (Dynamic Range Increase) zu verwechseln. Für ein HDRI empfiehlt sich die Benutzung eines Stativs, da man immer (sofern die Brennweite nicht verändert wird) den gleichen Bildausschnitt hat.
Zu den Einstellungen an der Kamera: Ich benutzte nicht die Funktion „Belichtungsreihe“ an der Kamera, da ich möglichst viel Einfluss auf meine Bilder nehmen möchte.

Grundsätzlich arbeite ich mit ISO100 im RAW-Format und wähle mir meine Blende (je nach Motiv) aus. Ich nutze sehr gerne eine möglichst geschlossene Blende (f14 und höher), damit ich eine möglichst große Tiefenschärfe in meinen Bildern habe.

Nun erstelle ich mir eine Belichtungsreihe. Die Anzahl der Bilder in einer Belichtungsreihe ist immer unterschiedlich. Mit drei Bildern (von dieser Anzahl ist sehr oft die Rede) komme ich äußerst selten aus. Ich fotografiere so lang, bis ich jeden Bildbereich in meinem Motiv einmal korrekt belichtet habe. Anschließend habe ich in der Regel zwischen zehn und 20 Bilder in meiner Belichtungsreihe. Sicher bekommt man ein ähnlich schönes Ergebnis auch mit weniger Bildern hin, allerdings fällt mir auf „meine Weise“ die Nachbearbeitung deutlich leichter. Nachdem ich die Bilder auf meinen Mac kopiert habe, fange ich mit der Nachbearbeitung an.

Alle Bilder innerhalb einer Belichtungsreihe bekommen einen passenden Weißabgleich in Adobe Lightroom (oder einem anderen RAW-Konverter) verpasst. Danach lade ich die Bilder mit Photomatix und erstelle mir mein HDRI. Wenn mein HDRI fertig ist – und das ist jetzt wichtig – sollte man ein wirklich schreckliches Bild auf dem Monitor sehen......warum........?
Ein HDRI wird zwar aus einer Belichtungsreihe erstellt. Es werden aber nicht wie bei einem DRI einfach die Bilder per Ebenentechnik übereinander gelegt und die hellen und dunklen Bildbereiche bearbeitet (ein DRI bleibt immer ein „LDRI“ – Low Dynamic Range Inrease). Beim HDRI wird aus den Bildern der Belichtungsreihe ein neues Bild errechnet. So bekommt man ein HDRI. Es ist immer ein 32Bit-Bild und lässt sich derzeit auf den meisten Monitoren nicht darstellen. Aus diesem Grund sieht das HDRI auch fast immer schrecklich aus. Aber davon bitte nicht abhalten lassen. Um das 32Bit-Bild auch für normale Monitore und Drucker darstellbar zu machen, bedienen wir uns eines „Tricks“. Wir reduzieren das Bild von 32Bit wieder zurück auf 16- oder 8-Bit (je nach Ziel). Dieses Verfahren nennt sich Tone Mapping, und danach ist unser Bild wieder ein LDRI in 8- oder 16-Bit. Das Tone Mapping macht also ein HDRI ansehnlich und wieder zum LDRI. Beim Tone Mapping kann man sehr viele Einstellungen vornehmen, um das Ergebnis sehr stark zu beeinflussen. In Internetforen lese ich oft, dass es viele User nicht mögen, wenn man den Regler für die Stärke des Tone Mappings zu sehr nach oben dreht. In ALLEN meinen Bilder habe ich das aber immer gemacht und ich habe noch nie gehört, dass das Tone Mapping bei mir zu stark sei.
Warum ist das so? Den Regler für TM, wie erwähnt, immer voll aufdrehen. Man bekommt oftmals auf den ersten Blick ein Bild mit sehr gesättigten (zum Teil übersättigten) Farben. Die Sättigung drehe ich dann ein wenig herunter, und dann stelle ich den Kontrast in den Lichtern und Schatten ein. Das ist sehr wichtig. Als weiteres wichtiges Element bitte auch immer auf den Mikrokontrast achten wenn man den Regler gut einstellt, bekommt man beispielsweise in Wänden (siehe OP-Saal) ein bisschen mehr Tiefe ins Bild. Nach der Bearbeitung in Photomatix lade ich das Bild in Photoshop. Dort bringe ich es auf die gewünschte Größe und mache noch ein paar kleinere Korrekturen, wie beispielsweise Tonwert, Farbton/Sättigung usw. Das ist aber immer vom jeweiligen Bild anhängig. Kai Schmeling