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VIEWspotlight Oktober 2008

Stern FOTOGRAFIE

Gemma Ward
Vogue Paris 2004

Mario Testino

Gemma Ward Mario Testino

Text: Jochen Siemens Es ist schwer zu erklären, dass eine viertel, eine achtel oder eine 16tel Sekunde eine lange Zeit ist. In der Fotografie kann sie unendlich sein, weil es die Zeit ist, in der ein Fotograf das Licht in seine Kamera lässt; der Moment Wirklichkeit, der später zu einem Bild wird. Mario Testino, vielleicht Weltmeister darin, den richtigen Momente zu finden, sagt, dass er sich bei jedem Bild immer wieder fürchte, genau das nicht zu schaffen. Stoßgebete sende er: „Gott, hilf mir!“ Modemacher verehren diesen Testino. Mario. Er ist perfekter Hoflieferant der Bilder, die sie sehen wollen. Große, bunte und pralle Körpermärchen, barocke Fotomalerei mit Sex undKleidern und authentisch simulierter Sinnlichkeit. Seit Jahren gilt Testino als der Großmeister der Illusionsindustrie. Er ist ihr Darling, weil kaum ein anderer sich so gut darauf versteht, ihre Selbstinszenierungen wie Wirklichkeit aussehen zu lassen. Selbst nach akribisch fünfstündigem Makeup hat ein Gesicht auf seinen Bildern die Natürlichkeit des Ungeschminkten.

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