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Serie: Wildes Rügen

Rügen - für manchen nur eine Destination für den Badeurlaub in einem der namhaften Seebäder. Welch eine Verschwendung, denn Rügen hat so viel mehr zu bieten. So beschreibe ich einen Ausflug ins wahre Rügen:

Ich beginne meine Wanderung auf einem Hochuferweg direkt über dem rauschenden Meer, das tief unter mir an die Kreidefelsen brandet. Im dichten Buchenwald, der sich Kilometer hinzieht, zwischen den Bäumen fußballfeldgroße Teppiche von Buschwindröschen in voller Blüte, biege ich ab zu einem verwunschenen Natursee, an dem noch die Wallanlage der Herthaburg zu sehen ist. In Richtung Landesinnern der Halbinsel Jasmund führt mich der Weg vorbei an kleinen Bächen, einem dunklen Moor umgeben von vom Wind zerfurchten Erlen, bis sich der Wald lichtet und die blühenden Rapsfelder gelb durch die Bäume schimmern. Wiesen und kleine Waldflecken wechseln sich auf dem Rückweg ab, auf denen ich im Halbstundentakt Hasen und Rehen begegne. Ein wenig Gänsehaut kommt auf beim Anblick des Blutopfersteins bei Quoltitz, der umgeben von einem kleinen Kreis riesiger, grotesker Baumformationen einsam und bedrohlich wirkt.

Klingt verlockend? Aber das war gerade erst ein Vormittag. Genug Zeit, um nochmals so viel bis zum Abend zu erleben! Gewaltige Schirmeichen, ein Mammutbaum im weiten Garten des Forstamts Hagen-Vietzke, die Goor, ein echter (kleiner) Urwald, oder die Insel Vilm (Totalreservat mit Sperrzone für die Schifffahrt, nur mit Führung betretbar) mit ihren bis zu 650 Jahre alten Eichen.

Aber auch kulturhistorisch fährt Rügen wahre Superlative auf: die größte Dichte an Hügel- und Großsteingräbern Deutschlands, zahllose wunderbar erhaltene Kirchen des späten Mittelalters, Überreste slawischer Burgwälle, ein Netz an unterirdischen Bunkeranlagen aus der Weltkriegszeit in Kap Arkona oder die liebevoll restaurierten Dampfloks der Rügenschen Bäderbahn, die jeden Tag des Jahres im Linienverkehr zwischen der Residenzstadt Putbus und Göhren im Mönchsgut verkehren.

Ihr meint jetzt, das klingt wie aus dem Werbeprospekt eines Tourismusvereins? Dann bleibt dabei, denn im Verlauf dieser Serie werde ich meine Worte mit Bildern belegen. Ich freue mich darauf!

Fotograf:

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