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Serie: jur. Bibliothek Zürich

Geplant und 2004 gebaut wurde die Fakultätsbibliothek von Santiago Calatrava. Geprägt wird der Erweiterungsbau vom hohen Kontrast zwischen Alt- und Neubau und von der gleichzeitig vorhandenen, beachtlichen Integration des Neubaus in die umgebende Bausubstanz. Sensible Integration bei hohem Kontrast? Calatrava zeigt in Zürich, wie so etwas auf hohem Niveau gelingen kann.

Da nur wenig Platz vorhanden war, wurde der Innenhof des Altbaugebäudes zum Bauplatz ernannt. Der Status des Denkmalschutzes für das Fakultätsgebäude an der Rämisstrasse (Baujahr 1909-1909) wurde zwar zur Herausforderung, aber nicht zum alles verhindernden Faktor für das Bauvorhaben.

Das Bestandsgebäude besteht aus vier Flügeln, die zusammen einen ca. 720m² großen Innenhof bilden. Santiago Calatrava glich die Höhen der vier Gebäudeteile einander an, indem er zwei der vier Flügel um jeweils zwei Geschosse erhöhte. Den nun entstandenen Innenhof füllte er auf spektakuläre Weise mit einem bis ins Detail inszenierten Luftraum. Calatrava implementierte im Innenhof eine Stahlkonstruktion auf sechs Ebenen. Ein Luftraum erstreckt sich vom Erdgeschoß bis ins sechste Geschoß hinauf. Die Form des entstandenen Raumes ist, typisch für den spanischen Architekten, alles andere als gerade oder rechtwinklig. Es ist eine „unsymmetrische Ellipse“, gefüllt mit Luft.

Das Interieur der Bibliothek ist vorrangig aus hellem Holz gefertigt und unterstützt die luftige, helle Raumwirkung. Befindet sich der Betrachter im Erdgeschoß des Innenhofs, wirkt die ovale Stahlkonstruktion schwerelos. Die Brüstungen der 6 Geschoßebenen schweben förmlich im Raum. Nur 8, beinahe unsichtbare Stützen tragen die Last der Konstruktion. Es gibt keine Berührungspunkte zwischen der Neubaukonstruktion und den Fassaden des Altbaus. Auch im Innenraum des Bestandsgebäudes wurde auf größere Eingriffe verzichtet.

aus: architektur.mapolismagazin.com

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