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Serie: Erben der Khmer (Kambodscha's Kinder)

Bei einem Pro-Kopf-Einkommen von 600 US-Dollar leben 40 Prozent der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze. Besonders hart trifft es die Kinder. Sie reifen in einer Welt heran, in der sie den westlichen Wohlstand durch den täglichen Zustrom der Touristen hautnah erleben. Sie haben Träume, Ziele aber nur wenige von ihnen haben eine Perspektive auf eine bessere Zukunft. 42 Prozent der Bevölkerung Kambodschas sind Kinder. Nach Schätzungen der Weltbank arbeiten ca. 1,4 Millionen davon. Sie schuften in glühender Hitze auf Baustellen oder in Backsteinbrennereien. An den berühmten Sehenswürdigkeiten des Landes umschwärmen sie die Touristen wie die Motten das Licht, verkaufen selbstgebastelte Handarbeiten, Snacks oder betteln einfach nur um Geld und geben an, dies sei für Schulbücher. Sie sammeln achtlos weg geworfene Plastikflaschen und erhalten dafür ein paar Riel (Landeswährung) vom Verwerter als Pfand. Mit ihren riesigen, weißen Beuteln sieht man die Kinder überall in der Stadt umherstreunen. 1,4 Millionen arbeitende Kinder - das sind 1,4 Millionen traurige Lebensgeschichten. Durch Spenden- und Fördergelder sowie eine aktive Aufklärung vor Ort gelingt es, die Lebensumstände von Kindern und Jugendlichen nur langsam zu verbessern. Es wurden Schulen gebaut, die Trinkwasserversorgung in den Dörfern verbessert oder betreute Heime für Waisen, HIV-Kranke, Schutzbedürftige und Behinderte errichtet. Der Durst nach Wissen scheint grenzenlos in Kambodscha. Auch die Jüngsten erkennen, dass ihnen ohne das solide Fundament der Bildung der Weg in eine bessere Zukunft versperrt bleibt. Jeder möchte lernen. Jeder möchte eine Perspektive. Schule ist hier keine lästige Institution. Schule fördert gesellschaftliches Verantwortungsbewusstsein, sie bereichert den Geist und befriedigt eine natürliche Neugierde auf die Welt dort draußen, außerhalb der Tempel, Felder, Müllkippen und den stickig-staubigen Straßen.

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