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Theater fred rehberg Theaterfotografie Bad Hersfelder Festspiele 2013
Mondlicht und Magnolien
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Mondlicht und Magnolien

MONDLICHT UND MAGNOLIEN – Bad Hersfelder Festspiele 2013 (Fotos: Fred Rehberg Text: Elke Baron

Am Donnerstagabend, den 11.07.2013, hatte die Komödie „Mondlicht und Magnolien“ im Schloss Eichhof bei den 63. Bad Hersfelder Festspielen Premiere.

Um die Kulisse des Eichhofs optimal zu nutzen, hat die Regisseurin Constanze Kreusch und ihr Team (Bühne: Petra Wilke) das Stück von Ron Hutchinson, welches eigentlich in einem Büro spielt, in ein Film-Set vom „Zauberer von Oz“ - mit einer grünen Hügellandschaften, übergroßen Blumen und Gartenzwergen - verlegt, an dem der berühmte Hollywood-Regisseur Victor Fleming (Thomas Gimbel) am Anfang des Stücks gerade eine Szene dreht. Von dort wird er von seinem Produzenten David O. Selznick (Dirk Glodde) abgezogen, weil er ein echtes Problem hat. Es ist das Jahr 1939 und sein neuster Film „Vom Winde verweht“ droht eine Katastrophe zu werden. Er stoppt die Dreharbeiten und braucht dringend ein neues Drehbuch. Deshalb lässt er den erfolgreichen Autor Ben Hecht (Nikolaus Kinsky) kommen, um mit ihm und dem Regisseur Victor Flemming zusammen ein neues Drehbuch zu erarbeiten. Leider hat Ben Hecht den Bestseller von Margaret Mitchell nicht gelesen und findet, dass die Geschichte um Scarlett O’Hara, Rhett Butler, Melanie und Ashley eine schreckliche Liebesschnulze ist, eben „Mondlicht und Magnolien“-Kitsch. Absehen davon, habe ein Bürgerkriegsfilm noch nie einen Cent eingespielt. Nachdem Selznick nicht locker lässt, „opfert“ ihm Hecht knapp eine Woche seiner kostbaren Zeit. Da der Drehbuchautor den umfangreichen Roman in der Kürze der Zeit nicht mehr lesen kann, beschließt Selznick, dass Fleming und er ihm den komplexen Roman einfach vorspielen werden, während Hecht das Drehbuch schreibt. Selznicks ergebene Sekretären, Miss Poppenghul (Charlotte Puder), muss sie dabei mit allem versorgen, was gebraucht wird – besonders Bananen, Erdnüsse und Wasser als Nervennahrung, weil sie die Denkfähigkeit fördern sollen. Im Verlauf des Stücks spielen Selznick und Fleming bis zur Erschöpfung und in unterschiedlichen Rollen immer wieder Szenen aus dem Roman vor, zur Freude der Zuschauer.

Basierend auf wahren Begebenheiten ist „Mondlicht und Magnolien“ eine temporeiche Komödie, die einen „Backstage-Einblick“ in die chaotische Entstehungsgeschichte eines der größten Kassenschlager der Filmgeschichte gibt und zeigt, was hinter den Kulissen der Hollywood-Traumfabrik passiert und somit den „ganz normalen Wahnsinn“ der Filmbranche verdeutlicht.

Die vier Akteure zeigen eine starke schauspielerische Leistung und es gelingt ihnen immer wieder den schwierige Balanceakt zwischen Klamauk und Ernsthaftigkeit herzustellen. Dirk Glodde spielt den Produzenten David O. Selznick sehr leidenschaftlich und fanatisch, besessen von seiner Vision. Er zeigt aber auch sein äußerst komisches Talent, z. B. in der Rolle der Scarlett. Thomas Gimbel verkörpert die Rolle des Regisseurs Victor Fleming mit einer starken Präsenz und sorgt auch als Sklavin Prissy oder als Melanie bei der Geburt ihres Kindes für viele Lacher beim Publikum. Nikolaus Kinsky, als Ben Hecht, zeigt ebenso ein sehr facettenreiches Spiel als idealistischer und zynischer Drehbuchautor Ben Hecht, der aber auch die Sklaverei, den Bürgerkrieg und das Schicksal der Juden zu Beginn des Kriegs in Europa thematisiert. Abgerundet wird die starke Ensembleleistung noch durch Charlotte Puder, die die unterwürfige und manchmal leicht naive Miss Poggenghul darstellt.

Die begeisterten Zuschauer quittierten den unterhaltsamen Theaterabend, mit einer teilweise komödiantischen Spitzenleistung der Schauspieler, mit lang anhaltendem Applaus und machten so die Premiere des Stücks zu einem großen Erfolg. Obwohl alle Vorstellungen ausverkauft sind, sollte man wegen Karten an der Abendkasse oder beim Ticket-Service (06621 640200) nachfragen.

77 Einzelbilder im Mondlicht und Magnolien-Ordner der Homepage!

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Rubrik: Streetlife
Schlagwörter: Theater | fred.rehberg | Theaterfotografie | Bad Hersfelder Festspiele 2013 | MONDLICHT UND MAGNOLIEN
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