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Künstler Kunst Freien Installation Flucht documenta-Stadt Kassel Kunstprojekt
Röhren-Installation – documenta 14
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Röhren-Installation – documenta 14

Der aus dem Irak stammende Installationskünstler Hiwa K hat bei der documenta 14 in Kassel eine Installation (Titel: „When We Were Exhaling Images") von 20 Abwasserrohre aufgebaut, die den Menschen auf der Flucht häufig als Übergangsquartier dienen. Ursprünglich wollte er die Abwasserrohre sogar während der 100 Tage der documenta über Airbnb vermieten, aber die deutschen Vorschriften ließen es aus Sicherheitsgründen nicht zu. Sein Kunstprojekt mit 20 gestapelten Abwasserrohren steht in der Nähe der Documenta-Halle und erinnert an das Schicksal vieler Flüchtlinge, die sich in solchen Kanalrohren auf ihrer Flucht vorübergehend einrichten müssen.

Die Flüchtlingskrise sei eine Folgeerscheinung des ganzen instabilen Systems, das nicht mehr funktioniere, sagte Hiwa K. Deshalb habe er die Abwasserrohre für das Projekt ausgewählt. Neben diesem aktuellen Bezug interessiert ihn auch der Grundgedanke, was es für die Menschen bedeutet, „horizontal“ zu leben. In der Kunstinstallation haben Kasseler Design- und Architekturstudenten die Rohre so eingerichtet, dass es auch eine Küche, ein Bad, eine Bar, aber auch Zugang zu Wissen und Rückzugsorte gibt. Sie haben damit gezeigt, dass das „vertikale Leben“ nicht ganz so unbequem sein muss und man sich daran gewöhnen kann, indem man Dinge des täglichen Lebens räumlich optimal organisiert. Davon konnten sich u. a. auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und der griechische Staatspräsident Prokopis Pavlopoulos (im Gespräch mit dem Künstler) beim documenta-Eröffnungsrundgang überzeugen.

Das Kunstwerk hat nach Angaben der documenta auch Bezüge zu Hiwa Ks eigener Biografie. So soll der Künstler selbst in den 1980er-Jahren an Bord eines LKWs in übereinandergestapelten Baurohren aus dem Irak über Griechenland geflohen sein. Heute lebt er in Berlin und machte mit interessanten Ausstellungen von sich Reden.

Die documenta ist die weltweit bedeutendste Ausstellung zeitgenössischer Kunst. Sie läuft in Kassel seit dem 10. Juni noch bis zum 17. September. Am Standort Athen ist die Ausstellung bereits zu Ende. (Elke Baron/Fotos: © Fred Rehberg)

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Rubrik: Kreativ
Schlagwörter: Künstler | Kunst im Freien | Installation | Flucht | documenta-Stadt Kassel | Kunstprojekt | documenta 14 | Hiwa K | Abwasserrohre | Installationskünstle | Röhren-Installation
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